Schwerpunkt zu weit hinten

Bei einer Sattelkontrolle ist festzustellen, ob sich der Schwerpunkt des Sattels in der Mitte befindet. Abweichungen, vor allem mit dem Schwerpunkt zu weit hinten, sind dabei nicht selten. Durch ein zu enges Kopfeisen, fehlerhafte Kissenpolsterung oder wenn zu weit hinten gesattelt wird, können Probleme entstehen. Auch der Sattelbaum spielt eine wichtige Rolle.

 

Hier eine kleine Exkursion zum Thema: Schwerpunkt zu weit hinten

Der Sattel soll im Gleichgewicht liegen, damit das Pferd den Reiter korrekt tragen kann. Zum einen spielt dabei die richtige Kopfeisenweite eine wichtige Rolle, aber auch dem Schwung und der Breite des Sattelbaumes sollte große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ebenso muss die Kissenpolsterung gleichmäßig sein und zur Rückenform des Pferdes passen.

 

Kopfeisen zu eng

Nicht jeder Sattel hat ein Kopfeisen, dann sollte die Kammerweite dennoch zum Pferd passen. Ist das Kopfeisen/die Kammer zu eng, kippt der Sattel nach hinten, der Schwerpunkt befindet sich somit auch zu weit hinten. Das Becken des Reiters kippt nach hinten, er gelangt in den Stuhlsitz. Eine korrekte Einwirkung auf das Pferd ist so nicht mehr möglich.

Durch den verschobenen Schwerpunkt erhält das Pferd zu viel Druck im Lendenbereich, der Rücken kann sich nicht mehr richtig aufwölben und der Widerrist wird weggedrückt.

 

Die Folgen und langfristige Auswirkungen

Durch den falschen Schwerpunkt des Sattels kommt vermehrt Druck auf den Lendenbereich. Dadurch geraten die Brust- und Lendenwirbelsäule in eine Überstreckung, die Dornfortsätze nähern sich dabei an und können aneinander reiben. Kissing spines und Arthrosen der Brust- und Lendenwirbelsäule können sich entwickeln.

Da das Pferd immer versuchen wird Probleme zu kompensieren, ist die Entwicklung einer unphysiologischen Spannung in der Rückenmuskulatur eine Folge des nicht passenden Sattels.

Schließlich ist ein korrektes Aufwölben des Rückens erschwert und das Reitergewicht kann schlechter getragen werden. Der sogenannte Spannungsbogen ist unterbrochen und der lange Rückenmuskel (Longissimus), ein reiner Bewegungsmuskel, muss die Tragefunktion übernehmen. Doch dafür ist dieser Muskel nicht gemacht.

Aufgrund des durchhängenden Rückens kann das Pferd nicht mehr richtig mit der Hinterhand untertreten, eine Verkürzung der Hinterbackenmuskulatur ist eine Folge. Ebenso können Knie- und Sprunggelenkprobleme auftreten sowie Hufveränderungen durch falsche Belastung.

 

Was fällt beim Reiten auf?

Das Pferd hat eine antriebslose Hinterhand oder knickt öfters ein. Es zeigt keinen Schwung/keine Losgelassenheit, geht passartig oder zackelt. Weitere Anzeichen können Schweifschlagen, ein eingeklemmter Schweif oder die Entwicklung eines Sattelzwangs sein.

 

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