Druckspitzen und Sattelunterlagen

Jeder kennt das Gefühl eines unangenehmen oder gar schmerzhaften Druckes, wenn der Schuh oder die Kleidung kneift oder nicht passt. Beim Sattel kann es auch zu Druckspitzen kommen, welche das Pferd mehr oder weniger beeinträchtigen können. Haben baumlose Sättel eigentlich Vorteile und werden an Sattelunterlagen bestimmte Anforderungen gestellt?

 

Hier eine kleine Exkursion zum Thema: Druckspitzen

Der Sattel soll dem Pferd angenehm sein, damit es uns Reiter so gut wie möglich „ertragen“ kann. Das Kopfeisen, der Schwung/die Breite des Baumes und auch die Kissen müssen dem Pferd angepasst sein und dürfen nirgendwo drücken.

Der Sattelbaum bildet das tragende und dennoch leicht flexible Gerüst, damit der Reiter seinem Pferd über das Gewicht Informationen korrekt weiterleiten und ebenso auch Informationen vom Pferd erfühlen kann.

Eine passende Sattelunterlage verhindert, dass der Schweiß des Pferdes das Leder angreift. Weiter hat die Sattelunterlage eine polsternde Funktion.

 

Baumlose „Sättel“ vs. Sättel mit Baum

Man könnte jetzt meinen, ein baumloser Sattel wäre doch noch besser, als einer mit Baum. Er ist flexibler und passt sich den Bewegungen des Pferdes perfekt an. Das kann doch nur gut sein…

Fakt ist, dass ein Sattel ein stabiles Grundgerüst haben muss, damit die Druckverteilung optimal auf den tragfähigen Rückenbereich abgestimmt werden kann und dem Pferd dadurch kein Schaden zugefügt wird.

Bei einem baumlosen „Sattel“ ist die punktuelle Belastung des Pferderückens hoch, das Gewicht wird nicht gut auf die gesamte zur Verfügung stehende Fläche verteilt.

Ein Baum hat auch die Aufgabe, dass kein Gewicht auf die Dornfortsätze drückt und diese genügend Freiheit haben. Ein baumloser Sattel lässt den Dornfortsätzen kaum Freiheit, es können Probleme entstehen (z. B. in der Biegung, Kissing spines). Zudem wird durch den punktuellen Druck das Aufwölben des Rückens erschwert.

Beim Sattel mit Baum liegt das meiste Gewicht in den vorderen 2/3 des Sattels, im hinteren Drittel nimmt der Druck nach hinten hin ab. Das Aufwölben des Rückens ist somit möglich.

Einen Vorteil hat der baumlose Sattel aber doch! Er ist billiger ;-)

 

Sattelunterlagen

Eine Sattelunterlage sollte anatomisch geschnitten sein und muss immer gut eingekammert werden, damit sie nicht auf die Dornfortsätze drückt oder scheuert. Ebenso darf sie den Kissenkanal nicht enger machen.

Möchte man eine Lammfellunterlage oder zusätzlich zur Unterlage noch ein Lammfellpad benutzen, muss dies bei der Kammerweite berücksichtigt werden, damit die Kammer und der Kissenkanal nicht zu eng werden und dadurch Druckspitzen entstehen.

Weiter muss die Unterlage spannungs- und faltenfrei aufliegen und darf keine scharfen Kanten haben. Die Größe sollte auch zum Sattel passen.

Der Stoff/das Material an sich muss saugfähig, aber auch stabil genug sein. Sehr weiche Unterlagen verrutschen sonst gerne während des Reitens.

Kleine Steppungen sind zu bevorzugen, da sie das Füllmaterial an Ort und Stelle halten und sich keine Knubbel oder ähnliches bilden können.

Lammfell oder Schurwollfilz eignen sich hervorragend als Sattelunterlage, da sie den Schweiß sehr gut aufnehmen können ohne sich feucht anzufühlen, temperaturausgleichend und antibakteriell sind, eine gute polsternde Funktion haben und nach dem Trocknen ein Ausbürsten zur Reinigung reicht.

Gel-Pads und andere luftundurchlässige Pads dürfen nicht direkt auf den Pferderücken gelegt werden, da diese eine Luftzirkulation nicht zulassen und so eine große Hitze darunter entsteht.

 

Die Folgen und langfristige Auswirkungen

Druckspitzen verursachen u. a. Satteldruck und Blockaden. Auch Muskelverspannungen/-verhärtungen kommen vor.

 

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